vor 3 Jahren
CaitSith
#1
(Folge 20)Whoa, ich fand die erste Hälfte ja bereits sehr stark, aber jetzt, wo Osamu Dezaki das Regie-Zepter übernommen hat, ist die Serie schlagartig in die nächste Liga aufgestiegen... Abgesehen von ein paar Folgen von Nobody's Boy Remi ist dies zwar meine erste Serie von Dezaki, aber sein Einfluss auf dieses Medium war so gross, dass mir sein inszenatorischer Werkzeugkasten wie ein langjähriger Weggefährte vorkommt, insbesondere als Bewunderer von zeitgenössischen Regisseuren wie Kunihiko Ikuhara und Akiyuki Shinbou. Apropos: Ich finde es cool, wenn man eine lange Serie schaut und man bei gewissen Episoden den Director allein durch dessen charakteristische Handschrift erkennt—erinnert mich an Yu Yu Hakusho, wo gewisse Episoden einfach Akiyuki Shinbou schreien (dramatic head tilting intensifies)Nun denn, bin sehr gespannt auf den Rest dieser Serie, könnte sich durchaus zu einem neuen Favoriten entwickeln^^https://64.media.tumblr.com/ea219645c09e1985ac570136c7794fc2/tumblr_inline_p2wiwpHvyd1r9ekwu_1280.jpg
vor 3 Jahren
CaitSith
#2
The sky is falling, the wind is calling
Stand for something or die in the morningSo, diesen Klassiker nun zu Ende gesehen. Fünf Sterne von mir, und nicht allein wegen Oscar François de Jarjayes legendärer Haarpracht (welche unverzüglich zu einem UNESCO-Welterbe deklariert werden sollte). Es handelt sich hierbei zweifelsohne um einen Anime/Manga von kultureller, ästhetischer und historischer Bedeutung—Letzteres sogar im doppelten Sinn:Einerseits wird hier die Geschichte der Französischen Revolution mit bemerkenswerter Historizität geschildert, trotz frühzeitigem Schlusspunkt und hohem Fiktionalisierungsgrad. Wobei besonders erstaunlich ist, wie viele Parallelen sich mit der Gegenwart ziehen lassen—mehr als 200 Jahre später versammelt sich das französische Volk momentan erneut auf den Strassen, um gegen ein Staatsoberhaupt zu protestieren, das mit undemokratischen Mitteln die Interessen der Oberschicht vertritt. Für Louis XVI ist das ja damals etwas in die Hosen gegangen…Andererseits hat Rose of Versailles als enorm einflussreiches Werk selbst allerlei Geschichte geschrieben und vor allem die Shoujo-Tradition massgeblich mitgeprägt: Anstelle frivoler Romanzen, die sich hauptsächlich an junge Mädchen richteten, schaffte es Autorin Riyoko Ikeda in den 70ern, durch Einbeziehung seriöser gesellschaftspolitischer Themen und einer komplexen, geschlechtlich grenzüberschreitenden Hauptfigur auch eine reifere Leserschaft anzusprechen. Diesen Geist der Emanzipation finden wir auch Jahrzehnte später in selbst zu Klassikern etablierten Shoujo(-affinen) Werken wie Revolutionary Girl Utena und, ja, auch Madoka Magica (dessen radikaler Optimismus und systemkritische Botschaft leider oftmals durch dessen Ruf als "finstere" Genre-Subversion überschattet wird...)Ich hab aufgehört zu zählen, wie oft mir in den letzten Folgen die Tränen gekommen sind—die umwerfend theatralische Inszenierung von Osamu Dezaki gekoppelt mit einer solch potenten Materie sorgt für reichlich emotionale Turbulenzen. Zudem ist Oscar François eine wirklich fesselnde und unvergessliche Hauptfigur: Seit meiner Registrierung auf LA habe ich die Liste meiner Lieblingscharaktere nicht mehr aktualisiert; das hat sich nun geändert. Geboren in einem weiblichen Körper, grossgezogen als Mann, schlussendlich jedoch beide Pole stolz in sich vereinend; zudem hin- und hergerissen zwischen einer persönlichen Freundschaft zu Marie Antoinette und einem emergenten Klassenbewusstsein, ist Oscar eines der eminenten Beispiele einer mehrdimensionalen, genderfluiden Hauptfigur in Anime/Manga. Und habe ich Oscars Haare schon erwähnt? Best thing since sliced bread.https://cdn-attachments.timesofmalta.com/5410d8ce300f6b9f2fe7410dfff434a6c306e382-1665991690-8f672fa6-1920x1280.png
Stand for something or die in the morningSo, diesen Klassiker nun zu Ende gesehen. Fünf Sterne von mir, und nicht allein wegen Oscar François de Jarjayes legendärer Haarpracht (welche unverzüglich zu einem UNESCO-Welterbe deklariert werden sollte). Es handelt sich hierbei zweifelsohne um einen Anime/Manga von kultureller, ästhetischer und historischer Bedeutung—Letzteres sogar im doppelten Sinn:Einerseits wird hier die Geschichte der Französischen Revolution mit bemerkenswerter Historizität geschildert, trotz frühzeitigem Schlusspunkt und hohem Fiktionalisierungsgrad. Wobei besonders erstaunlich ist, wie viele Parallelen sich mit der Gegenwart ziehen lassen—mehr als 200 Jahre später versammelt sich das französische Volk momentan erneut auf den Strassen, um gegen ein Staatsoberhaupt zu protestieren, das mit undemokratischen Mitteln die Interessen der Oberschicht vertritt. Für Louis XVI ist das ja damals etwas in die Hosen gegangen…Andererseits hat Rose of Versailles als enorm einflussreiches Werk selbst allerlei Geschichte geschrieben und vor allem die Shoujo-Tradition massgeblich mitgeprägt: Anstelle frivoler Romanzen, die sich hauptsächlich an junge Mädchen richteten, schaffte es Autorin Riyoko Ikeda in den 70ern, durch Einbeziehung seriöser gesellschaftspolitischer Themen und einer komplexen, geschlechtlich grenzüberschreitenden Hauptfigur auch eine reifere Leserschaft anzusprechen. Diesen Geist der Emanzipation finden wir auch Jahrzehnte später in selbst zu Klassikern etablierten Shoujo(-affinen) Werken wie Revolutionary Girl Utena und, ja, auch Madoka Magica (dessen radikaler Optimismus und systemkritische Botschaft leider oftmals durch dessen Ruf als "finstere" Genre-Subversion überschattet wird...)Ich hab aufgehört zu zählen, wie oft mir in den letzten Folgen die Tränen gekommen sind—die umwerfend theatralische Inszenierung von Osamu Dezaki gekoppelt mit einer solch potenten Materie sorgt für reichlich emotionale Turbulenzen. Zudem ist Oscar François eine wirklich fesselnde und unvergessliche Hauptfigur: Seit meiner Registrierung auf LA habe ich die Liste meiner Lieblingscharaktere nicht mehr aktualisiert; das hat sich nun geändert. Geboren in einem weiblichen Körper, grossgezogen als Mann, schlussendlich jedoch beide Pole stolz in sich vereinend; zudem hin- und hergerissen zwischen einer persönlichen Freundschaft zu Marie Antoinette und einem emergenten Klassenbewusstsein, ist Oscar eines der eminenten Beispiele einer mehrdimensionalen, genderfluiden Hauptfigur in Anime/Manga. Und habe ich Oscars Haare schon erwähnt? Best thing since sliced bread.https://cdn-attachments.timesofmalta.com/5410d8ce300f6b9f2fe7410dfff434a6c306e382-1665991690-8f672fa6-1920x1280.png
vor 3 Jahren
CaitSith
#3
Die Serie lebt momentan rent-free in meinem KopfZu Episode 28:
Zu Episode 30:>! Die Ball-Szene, in der Oscar kurz in Militäruniform auftaucht, um ihre zahllosen Verehrer und Möchtegern-Gatten aus dem Adelsstand einfach mal salopp sitzenzulassen, ist einer der epischsten Burns aller Zeiten:>!
Zu Episode 38 und warum ich Oscar weder als "Lady Oscar" noch als "Oscar-sama" bezeichne:
>! > Oscar: Don’t say anything, Fersen. I’ve already come to terms with my feelings. There are two kinds of love in this world. A love filled with joy… and a love filled with agony. 😭 😭>! > >! > Fersen: No, Oscar. There is only one kind of love in this world. Only a love filled with agony! 😭 😭 😭 😭>! >! Der Sinn für Pathos und Melodrama ist an gewissen Stellen einfach zu köstlich, bei diesem Austausch musste ich halb heulen und halb lachen xD>! >! (Gegen Schluss der Episode ist mir mein Lachen jedoch schnell vergangen; eine sehr schwer zu verdauende Szene, worauf ich hier nicht weiter eingehen werde)>!
Zu Episode 30:>! Die Ball-Szene, in der Oscar kurz in Militäruniform auftaucht, um ihre zahllosen Verehrer und Möchtegern-Gatten aus dem Adelsstand einfach mal salopp sitzenzulassen, ist einer der epischsten Burns aller Zeiten:>!
>! > What a peculiar ball. Not one Lady in attendance. *gleeful laughter* *leaves*>! >!

Zu Episode 38 und warum ich Oscar weder als "Lady Oscar" noch als "Oscar-sama" bezeichne:
>! > Officer: State your title and rank!>! >! Hell yeah. Hell fucking yeah. Auf diesen Moment habe ich lange gewartet 😁
>! > Oscar: I am Oscar François. However, I have no title or rank!
(editiert vor 3 Jahren)
vor 3 Jahren
AngelySari-Mina
#4
Lady Oscar - Die Rosen von Versailles oder wie der japanische Original-Titel heisst: Berusaiyu no Bara ist ein Manga von der Mangaka Riyoko Ikeda aus den 1970er Jahren.
Sie ist Mitglied der Gruppe der 24er.
(Das ist die Bezeichnung für weibliche Comiczeichnerinnen, die ab 1969 den Shōjo-Manga revolutionierten.)
Auf der Grundlage Ihres Mangas wurde auch der Anime dazu verfilmt.
Der Real-Film von 1979 - weicht allerdings stark vom Manga ab!Die Anime Serie 1979/1980 basierend auf dem Manga finde ich wunderschön umgesetzt.
Es ergriff mich noch viel mehr, vielleicht lag es auch nur an den bewegten Bildern, aber ich fühle mich, als ob ich selbst in der französischen Revolution mittendrin sei.
Die Handlung um die französische Revolution ist so enorm fesselnd und tiefgründig, viel aussagend und lerrreich.
Obgleich die Handlung des Manga und des Anime nicht auf tatsächlichen Begebenheiten beruht, enthalten diese viele korrekte Ereignisse und Details des Lebens des 18. Jahrhunderts.
Die Liebesgeschichte der Hauptcharacteren empfinde ich vielschichtig und rührend.
Vorallem als Oscar Ihre Liebe zu André erkannte und sich eingesteht.
Oft merkt man erst wenn's zu spät ist, was man liebt und schätzt, dann wenn man es zu verlieren droht...1987 gab es auch einen Film "Versailles no Bara", Ich glaube jedoch nur auf japanisch.Eine Theater- und Musicalumsetzung der Takarazuka-Revue, in der sowohl weibliche als auch männliche Rollen ausschließlich von Frauen dargestellt werden, wurde erstmals im Jahre 1974 inszeniert.
Traditionell wird die Geschichte in zwei Stücke aufgeteilt, welche jeweils zwei der Hauptcharaktere/Liebespaare belichten: Oscar Et André Hen und Fersen Et Marie-Antoinette Hen.
Das Stück wird auch Heute noch aufgeführt.
Das Titellied Ai Areba Koso gilt als Evergreen.Mir gefällt besonders die Kombination aus exotischem, historischem Umfeld und die komplexen Charaktere.
Die Manga-Serie, wie auch die Anime-Serie sind sehr detailliert und detailgetreu gezeichnet.
Wunderschöne Renaissance-Kleider! * träum *Eine Empfehlung besonders für ältere Neulinge in der Szene.
Aber auch für jeden anderen Historik-Liebhaber.Edit: Sehr schade finde ich, dass der 1. Auflage Manga nur sehr, sehr schwer noch aufzutreiben ist.
Ich habe ihn damals oft (Dauerleihgabe) in Unserer Bibliotheke ausgeliehen.
Später habe ich mir nach und nach einzelne Bände zusammengesucht, leider fehlen mir aber immer noch einzelne Bände.
Aber die Anime-Serie ist immer noch gut erhältlich.
Sie ist Mitglied der Gruppe der 24er.
(Das ist die Bezeichnung für weibliche Comiczeichnerinnen, die ab 1969 den Shōjo-Manga revolutionierten.)
Auf der Grundlage Ihres Mangas wurde auch der Anime dazu verfilmt.
Der Real-Film von 1979 - weicht allerdings stark vom Manga ab!Die Anime Serie 1979/1980 basierend auf dem Manga finde ich wunderschön umgesetzt.
Es ergriff mich noch viel mehr, vielleicht lag es auch nur an den bewegten Bildern, aber ich fühle mich, als ob ich selbst in der französischen Revolution mittendrin sei.
Die Handlung um die französische Revolution ist so enorm fesselnd und tiefgründig, viel aussagend und lerrreich.
Obgleich die Handlung des Manga und des Anime nicht auf tatsächlichen Begebenheiten beruht, enthalten diese viele korrekte Ereignisse und Details des Lebens des 18. Jahrhunderts.
Die Liebesgeschichte der Hauptcharacteren empfinde ich vielschichtig und rührend.
Vorallem als Oscar Ihre Liebe zu André erkannte und sich eingesteht.
Oft merkt man erst wenn's zu spät ist, was man liebt und schätzt, dann wenn man es zu verlieren droht...1987 gab es auch einen Film "Versailles no Bara", Ich glaube jedoch nur auf japanisch.Eine Theater- und Musicalumsetzung der Takarazuka-Revue, in der sowohl weibliche als auch männliche Rollen ausschließlich von Frauen dargestellt werden, wurde erstmals im Jahre 1974 inszeniert.
Traditionell wird die Geschichte in zwei Stücke aufgeteilt, welche jeweils zwei der Hauptcharaktere/Liebespaare belichten: Oscar Et André Hen und Fersen Et Marie-Antoinette Hen.
Das Stück wird auch Heute noch aufgeführt.
Das Titellied Ai Areba Koso gilt als Evergreen.Mir gefällt besonders die Kombination aus exotischem, historischem Umfeld und die komplexen Charaktere.
Die Manga-Serie, wie auch die Anime-Serie sind sehr detailliert und detailgetreu gezeichnet.
Wunderschöne Renaissance-Kleider! * träum *Eine Empfehlung besonders für ältere Neulinge in der Szene.
Aber auch für jeden anderen Historik-Liebhaber.Edit: Sehr schade finde ich, dass der 1. Auflage Manga nur sehr, sehr schwer noch aufzutreiben ist.
Ich habe ihn damals oft (Dauerleihgabe) in Unserer Bibliotheke ausgeliehen.
Später habe ich mir nach und nach einzelne Bände zusammengesucht, leider fehlen mir aber immer noch einzelne Bände.
Aber die Anime-Serie ist immer noch gut erhältlich.
(editiert vor 3 Jahren)
vor 3 Jahren
dark_columbia
#6
Hmm... ich hab's als Kind/Jugendliche wirklich sehr geliebt und das (deutsche) Intro finde ich heute noch legendär.
Habe mir dann Jahre später auf der Connichi eine DVD-Box gekauft, aber als ich es dann geguckt habe, war mir das irgendwie viel zu kitschig und melodramatisch 😅 Ich glaube, ich hab nicht allzu lange weiter geguckt, ich erinnere mich noch hauptsächlich an sehr dramatisch glitzernde Augen in Nahaufnahme XD
Die Box hab ich dann aus Nostalgiegründen aber trotzdem behalten und nach euren Lobgesängen hab ich irgendwie das Gefühl, ich sollte es nochmals versuchen...@CaitSith Dass ihr Haare toll sind, da kann ich auf jeden Fall zustimmen XD@AngelySari-Mina Von den Musicalumsetzungen hab ich auch schon gehört, die würd ich gern mal sehen.
Habe mir dann Jahre später auf der Connichi eine DVD-Box gekauft, aber als ich es dann geguckt habe, war mir das irgendwie viel zu kitschig und melodramatisch 😅 Ich glaube, ich hab nicht allzu lange weiter geguckt, ich erinnere mich noch hauptsächlich an sehr dramatisch glitzernde Augen in Nahaufnahme XD
Die Box hab ich dann aus Nostalgiegründen aber trotzdem behalten und nach euren Lobgesängen hab ich irgendwie das Gefühl, ich sollte es nochmals versuchen...@CaitSith Dass ihr Haare toll sind, da kann ich auf jeden Fall zustimmen XD@AngelySari-Mina Von den Musicalumsetzungen hab ich auch schon gehört, die würd ich gern mal sehen.
vor 3 Jahren
CaitSith
#7
Ob diese Serie für jemanden funktioniert, hängt wohl stark davon ab, welche Toleranz man für erhöhte Emotionen hat. Ich selbst hätte in meiner Jugend diese Serie mit grosser Sicherheit ebenfalls als zu melodramatisch—und für mich als AMAB-Person zu feminin—abgestempelt. Mit zunehmendem Reifegrad habe ich aber allmählich realisiert, dass meine oberflächliche Ausgrenzung von scheinbaren "girls-only" Medien auf passiv internalisierten Sozialnormen beruht, die mein Leben in keiner Weise bereichern. Heute lasse ich mir meinen Erlebnishorizont nicht durch marktorientierte, geschlechtsspezifische Zieldemografien einschränken—shoujo oder shounen, josei oder seinen sind alle gleichermassen bei mir willkommen (kein Wunder, habe ich mich so in Oscar verliebt, welche sich ja auch nicht so leicht in eine binäre Schublade stecken lässt 😁)Zudem habe ich durch mein wachsendes Interesse an der Filmkunst auch irgendwann realisiert, dass Melodrama kein abwertender Begriff sein muss—viele Filmklassiker und persönliche Favoriten sind selbst Melodramen oder zumindest von dem Genre beeinflusst. Ich mag diesen Abschnitt aus dem deutschen Wikipedia:
> Trotzdem macht sich das Melodram nicht zwangsläufig den moralischen Konsens zu eigen: Die Parteinahme, in die der Zuschauer gedrängt wird, geschieht immer zugunsten der Liebenden, woraus sich sowohl Gesellschaftskritik als auch moralischer Konformismus entwickeln können. Ob das Melodram eine subversive oder eskapistische Funktion übernimmt, hängt nach Thomas Elsaesser von der Betonung entweder der „Odyssee des Leidens“ oder des Happy Ends ab. Die Moral übernimmt eine übergreifende Zuständigkeit, indem sie den Helden Grenzen aufzeigt und sie dadurch an sich bindet. Das Melodrama bezeichnet darum nicht nur eine ästhetische Praxis, sondern auch eine Art, der Welt Fragen zu stellen und in Bezug auf seine Helden Antworten zu finden.Auch Rose of Versailles zeigt schön, dass erhöhter Pathos und gewichtige Gesellschaftskritik mit komplexen Charaktern kein Widerspruch sein muss. (Wobei die Serie in erster Linie jedoch kein reines Melodram, sondern ein historisches Drama mit melodramatischen Zügen ist)
(editiert vor 3 Jahren)
vor 2 Jahren
dark_columbia
#8
@CaitSith Ich weiss jetzt nicht... Ich hab nix gegen erhöhte Emotionen in Serien, im Gegenteil. Aber das ist es ja grad: Viele Emotionen kamen da bei mir nicht auf, es wirkte auf mich irgendwie künstlich 😅 Ich würde jetzt auch nicht behaupten, dass ich meinen Konsum durch irgendwas einschränken lasse. Ich war tatsächlich schon immer in vielem eine untypische Frau, wenn man nach den Klischees geht.
Vielleicht war melodramatisch auch der falsche Begriff. Wenn ich ehrlich bin, weiss ich gar nicht ganz genau, was das bedeutet XD
Was ist eine AMAB-Person? 😅
Wie gesagt, als Kind/Jugendliche hab ich es sehr geliebt und vielleicht versuch ich es irgendwann nochmal.
Vielleicht war melodramatisch auch der falsche Begriff. Wenn ich ehrlich bin, weiss ich gar nicht ganz genau, was das bedeutet XD
Was ist eine AMAB-Person? 😅
Wie gesagt, als Kind/Jugendliche hab ich es sehr geliebt und vielleicht versuch ich es irgendwann nochmal.
vor 2 Jahren
AngelySari-Mina
#9
@dark_columbia
Meines Wissens nach, steht "AMAB" / "AFAB" für "Assigned Male At Birth" / "Assigned Female At Birth", was übersetzt so viel wie "bei Geburt als männlich zugewiesen" / "bei Geburt als weiblich zugewiesen", bedeutet.
Bei der Geschlechts - Eintragung in die Geburtsurkunde werden lediglich die biologischen Merkmale der äusseren Genitalien in Betracht gezogen.@CaitSith
Du darfst mich natürlich gern korrigieren, sollte Ich falsch liegen und Du meinst was ganz Anderes damit.Die Rose von Versaille ist definitiv ein Historisches Drama, mit wunderbar in Szene gesetzter Melodramatik.
Die inneren Konflikte (z.B. Lady Oscar: Mann/Frau, die Loyalität zur Königin) sowie die Gefühle der Hauptfiguren stehen im Mittelpunkt und weniger die äusseren Konflikte.
Ich finde es sehr schön in Szene gestellt die damals, wie auch Heute noch herrschende Oberflächlichkeit und Standes-Schichten.
Es ist sehr ausdrucksvoll trotz glamouröser Vertünchung.
Auch wenn mehrheitliches Fiction ist, so hat es meiner Ansicht nach sehr viele Parallelen zur Realität, auch wenn vieles nur unterschwellig angedeutet wird.
Meines Wissens nach, steht "AMAB" / "AFAB" für "Assigned Male At Birth" / "Assigned Female At Birth", was übersetzt so viel wie "bei Geburt als männlich zugewiesen" / "bei Geburt als weiblich zugewiesen", bedeutet.
Bei der Geschlechts - Eintragung in die Geburtsurkunde werden lediglich die biologischen Merkmale der äusseren Genitalien in Betracht gezogen.@CaitSith
Du darfst mich natürlich gern korrigieren, sollte Ich falsch liegen und Du meinst was ganz Anderes damit.Die Rose von Versaille ist definitiv ein Historisches Drama, mit wunderbar in Szene gesetzter Melodramatik.
Die inneren Konflikte (z.B. Lady Oscar: Mann/Frau, die Loyalität zur Königin) sowie die Gefühle der Hauptfiguren stehen im Mittelpunkt und weniger die äusseren Konflikte.
Ich finde es sehr schön in Szene gestellt die damals, wie auch Heute noch herrschende Oberflächlichkeit und Standes-Schichten.
Es ist sehr ausdrucksvoll trotz glamouröser Vertünchung.
Auch wenn mehrheitliches Fiction ist, so hat es meiner Ansicht nach sehr viele Parallelen zur Realität, auch wenn vieles nur unterschwellig angedeutet wird.
vor 2 Jahren
CaitSith
#10
@AngelySari-MinaIch hab die Serie als historisches Drama mit melodramatischen Zügen bezeichnet, von mir aus darf man das auch gerne als historisches Melodrama bezeichnen, da gibt es sicher Spielraum. xDDer Grund, warum ich persönlich die Serie jedoch nicht primär als Melodrama bezeichne, liegt darin, dass die externen Konflikte im Verlaufe der Geschichte doch zunehmend ins Gewicht fallen. Ich meine sogar, diese Verlagerung der Prioritäten widerspiegelt sehr treffend Oscars wachsendes Klassenbewusstsein.Um es etwas plakativ zu formulieren: Der melodramatische Modus wird zunächst durch die Versailler Filterblase begünstigt, welcher die handlungstragenden Charaktere vor dem Elend/Zorn der breiteren Bevölkerung (dem externen Konflikt) weitgehend abschottet. Mit Schauplatzwechsel zu Paris gewinnt dieser Konflikt jedoch an Bedeutung—historische Figuren wie Jacques Necker, Maximilien Robespierre, oder auch Louis XVI haben kaum noch Bezug zu Oscar, sind aber dennoch für die Erzählung der Revolution massgebend. Auch die Pariser Bevölkerung selbst ist nicht mehr irgendein externer Faktor weit entfernt vom Geschehen, sondern wird selbst aktives, autonomes Subjekt, welches (entgegen Robespierres Plänen) den kulminierenden Sturm auf die Bastille organisiert.Interessant ist auch, dass Ikeda ursprünglich vorhatte, die gesamte Geschichte der Französischen Revolution zu erzählen—ein charakteristisches Merkmal von soziologischem Storytelling liegt ja genau darin, dass die Geschichte im Gegensatz zum Melodram nicht kategorisch an ihre Hauptcharaktere gebunden ist. Ikedas Verlag überredete sie jedoch schlussendlich, aufgrund sinkender Leserschaft (nach dem Tod von Oscar und Andre) der Serie einen frühzeitigen Schlusspunkt zu setzen.
vor 2 Jahren
dark_columbia
#11
@AngelySari-Mina Ach so, die Abkürzung kannte ich nicht (den Begriff schon), danke.
vor 2 Jahren
TomTom
#12
@CaitSith Da dir diese Serie so gefällt, könnte dich diese News interessieren. Es ist eine neue adaption in Form eines Filmes geplant.https://verbara-movie.jp/Viel lässt sich aus dem Trailer nicht erahnen. Ich drück mal die Daumen, dass was daraus wird.
(editiert vor 2 Jahren)
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