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  • Lokalisierung von Anime - Wie würdet ihr übersetzen/lokalisieren?

Da dieses Thema nicht selten stark diskutiert wird und die Meinungen teils weit auseinander gehen, eröffne ich den Thread erst nach den Feiertagen. 😃

Bei der Lokalisierung spreche ich hier primär über die «Übersetzung» ins Deutsche. Hier gilt zu beachten, dass dies die Synchronisation wie auch die Untertitelung (für Originalton mit deutschen Untertiteln) beinhaltet.
Nicht dabei ist die Sprecherleistung bei der deutschen Synchronisation (dies wird oft noch stärker diskutiert)

Die Lokalisierung soll dafür sorgen, dass man in Europa (bzw. DACH) als Zuschauer nicht irritiert wird, weil in Japan (im Fall von Anime) einige Dinge anders üblich sind als bei uns. Auf der anderen Seite besteht natürlich die Gefahr, dass gesellschaftliche und kulturelle Unterschiede verwässert werden.

Da es hierbei mehrere Themen gibt, unterteile ich diese einzelnen Teilthemen wie folgt:

Reihenfolge Vor- und Nachnamen:
Während im DACH-Raum es üblich ist, dass zuerst der Vor- und dann der Nachname genannt wird, ist dies in Japan umgekehrt (z.B. wenn man sich mit vollem Namen vorstellt).
In der Synchro wird normalerweise die «DACH-Variante» genommen. Bei den Untertiteln wird dies in DACH offenbar unterschiedlich (je nach Publisher) gehandhabt. Während teilweise zuerst der Vorname (wie in DACH üblich) verwendet werden, wird auch der Name teils so untertitelt, wie es im Originalton auch gesagt wird (bzw. wie es auf Formularen, Briefkästen/Hausklingel, etc. steht).

Verwendung Vor- oder Nachnamen:
In Japan ist das Ansprechen im Vergleich zu DACH sehr unterschiedlich. Während z.B. in der Schule in DACH alle Schüler sich mit Vornamen ansprechen, wird dies in Japan nur beim engen Freundeskreis getan, während alle anderen mit Nachnamen angesprochen werden.
In der Synchro wird sehr oft der Vorname für alle verwendet (wie in DACH üblich). Bei den Untertiteln ist dies sehr unterschiedlich. Teils wird nur der Vorname verwendet, obwohl im Originalton klar der Nachname zu hören ist, jedoch gibt es auch Untertitel, bei denen der Nachname steht, wenn dieser auch gesagt wurde.
Insbesondere bei «Alltags-Anime» besteht öfters das Problem, dass in einer Folge die Charaktere durch eine stärkere Freundschaft im Original abmachen, dass sie ab jetzt sich mit Vornamen ansprechen. Wenn auf Deutsch bereits von Anfang mit Vornamen angesprochen wird, hat man hier Erklärungsnotstand (z.B. bei Serien wie «Card Captor Sakura» (Szene jedoch in einer Folge, die nie auf Deutsch lief, «We never learn», «Pretty Cure»). Auch Situationskomik aufgrund der Namen könnte beeinflusst werden (z.B. bei «School Rumble»).

Verwendung von Suffixen:
In Japan spricht man sich meist auch noch mit Suffixen wie «-san», «-kun», «-chan», etc. an.
Dies ist in DACH nicht üblich. Zwar gibt es «Herr» und «Frau», aber dies war es schon und kann nicht mit den vielen Varianten an Suffixen «mithalten».
In der deutschen Synchro werden die Suffixe meist nicht verwendet; gibt jedoch Ausnahmen. Bei den Untertiteln ist dies variabler. Teils werden Suffixe verwendet, teils aber auch nicht. Dies ist je nach Publisher sehr unterschiedlich.

Verwendung von «Rangnamen»:
Hier spreche ich von «Rängen» wie z.b. «sensei», aber auch «senpai», etc.
Dies wird in der Lokalisierung (Synchro und Untertitel) ähnlich wie bei den Suffixen umgesetzt, wenn diese als Suffixe verwendet werden (z.B. «Yamada-sensei»). Jedoch werden diese Ausdrücke ohne Namen verwendet. In diesem Fall wird bei «sensei» oft als «Frau Lehrerin» oder «Herr Lehrer» lokalisiert. Bei anderen Rängen wie «senpai» wird oft der Name verwendet (Vor- oder Nachname, je nach Publisher -> siehe Teilthema dazu).

Verwendung von japanischen Gerichten:
Der «Klassiker» stammt aus einer Lokalisierung in den USA bei Pokemon, wo aus einem «Onigiri» (bei uns oft auch als «Reisball» lokalisiert) ein «Donut» wurde.
Aber teilweise wird auch in DACH ein japanisches Gericht umbenannt. So wurde aus einem «Nikuman» ein «Ballon» (Card Captor Sakura) oder aus «Karaage» wurde «Chicken Nuggets» (Kakushigoto).
Dies betrifft in diesem Fall meist sowohl die deutsche Synchro wie auch die Untertitel.

OK, das war jetzt eine sehr lange Einleitung (hoffe, einige lesen hier noch^^). Jedoch finde ich, dass für eine Diskussion über Lokalisierung diese einzelnen Bereiche auch klar getrennt betrachtet müssen.

Wie findet ihr, wie man die Lokalisierung in den jeweiligen Teilbereichen durchführen sollte?
(Beispiele in den einzelnen Bereichen siehe oben)

Schreibt am besten auch, ob wir die deutsche Synchro oder Originalton mit Untertiteln bevorzugt (und z.B. ob ihr unterschiedliche Lokalisierungen für die Synchro und die Untertitel für sinnvoll haltet etc.)

Meine persönliche Meinung zu den deutschen Lokalisierungen werde ich auch noch hier in den Thread schreiben. Ich möchte aber zuerst sehen, wie ihr diese gesellschaftlichen und kulturellen Unterschiede in einer deutschsprachigen Lokalisierung durchführen würdet.

Ich bevorzuge die Verwendung des Original-Schnittes in OV mit auswählbaren Untertiteln. Die Übersetzung sollte möglichst nahe an der ursprünglichen Bedeutung sein. Wenn man etwas nicht versteht, kann man ja googeln. Letztendlich erfordert jedes Werk ein gewisses Verständnis für die Kultur, in der es geschaffen wurde.
Englisch reicht mir völlig aus für die Untertitel, andere Sprachen sind nice2have.

Synchro schaue ich äußerst selten, denn erfahrungsgemäß ist sie die Sprache sehr holprig oder es wird einfach falsch/ungenau übersetzt, damit es noch irgendwie zu den Lippenbewegungen passt. Desweiteren gehen auch Dialekte verloren und sprachliche Feinheiten, die man manchmal auch dann heraushören kann, wenn man die Sprache nicht versteht.
Mir ist bewusst, dass das viel Arbeit ist. Aber der Synchro-Trend stammt letztendlich im deutschsprachigen Raum daher, dass die TV-Sender sich die Lizenzen für den OV-Track sparen wollen. In anderen Sprachräumen ist es völlig normal, immer mit Untertitel in OV zu schauen (dort wäre die Synchro pro Zuschauer teurer).

Ich halte auch nichts davon, Folgen zusammenzuschneiden und Zusammenhänge falsch zu übersetzen um kulturell sensitiven Menschen entgegenzukommen. Das ist leider nicht nur bei Animes ein Problem.
Lustigerweise kommen mir viele "Non-Profit" Publisher hier entgegen, während größere Unternehmen, die in westlichen Ländern releasen, tendenziell mehr daran herumschnippeln. Ich fände es daher schön, wenn die Japaner direkt weltweit releasen würden in standardisierten Formaten und hierzu mit qualifizierten Übersetzern zusammenarbeiten.

Ich finde solche Übersetzungen vollkommen okay. Japanisch kann man nie vollkommen übersetzen (ich erinnere mich hier gern an die Szene von Kimi no na wa, als sie auf dem Dach sind und Mitsuha im Körper vom Taki die verschiedenen "Ich"Formem aufzählt. Ich finde es mega witzig, ohne Japanisch kenntnisse schnallt man den Joke aber sowieso überhaupt nicht). Auch sonst gibt es zu viel, was es im Japanischen gibt, aber im Deutschen nicht. Da Japanisch keine Lateinische Sprache ist, wie Deutsch oder Englisch, ist das auch verständlich... Auch bei Fansubs kann es zu solchen "verwässerungen" kommen, da es manchmal nicht Möglich ist es genau zu übersetzen. Da kann man manchmal schon mit einfacheren Sätzen ins Stocken geraten. Und man muss es etwas umschreiben, damit es im Deutschen Sinn ergibt.

Karage als Chicken Nuggets (hätte zwar eher Chicken Wings genommen, aber ok) zu übersetzen o.ä ist für mich ziemlich legitim. Am Schluss sollte nur der Sinn relevant sein. Die Übersetzung sollte die Story nicht beinflussen und das tut es in den wenigsten Fällen.

Es kommt etwas drauf an... ich mag deutsche Synchros, aber genauso schaue ich Serien untertitelt. Dass die Suffixe mittlerweile auch den Weg in die deutsche Synchro gefunden haben, finde ich gut (ja lange nicht alle wie ich bemerkt habe, aber es kommt). Wie Bento bereits angetönt hat, braucht es immer ein gewisses kulturelles Wissen. Also ist es eine sehr billige Lösung sie wegzulassen, zu lasten des Kontext. Lippensynchron wird es eh nicht völlig, nicht mal bei den Japanern selbst.
Bei Mangas ist es etwas einfacher sag ich mal. Eine Fussnote hier, eine Fussnote da. Was ich allerdings etwas grässlich finde, dass gerade in diesen Schul/Alltagsgeschichten, die eindeutig in Japan spielen, immer mehr die Suffixe fehlen. Ich finde diese wichtig und sie geben ein wenig halt auch die Atmosphäre wider. Anders sieht es aus wenn die ganze Geschichte ohnehin nicht in Japan oder in einem Fantasyreich ohne Japanbezug spielt.
Wenn ich an Früher denke, war es sogar noch extremer oder wie nennt ihr die Hexen in Doremi? Sophie, Nicole und Emily oder? die heissen nur im Original: Aiko, Onpu und Hazuki. Dasselbe Spiel mit den Kickers 😉 Kontext hin oder her, die Namen ändern finde ich immer noch etwas schräg. Genauso das Essen umbenennen. Reisbällchen finde ich recht passend und das mit den Chicken Nuggets... na ja, es ist ok

Es kommt drauf an, an wen sich eine Übersetzung richten soll: Soll sie hauptsächlich Fans ansprechen, die bereits ein gewisses kulturelles Wissen mitbringen, was z.B. Suffixe oder Anredeformen angeht, und teils auch explizit Manga lesen und Anime schauen, um die jap. Sprache und Kultur zu (er)lernen, oder soll ein grösseres (Durchschnitts-)Publikum erreicht bzw. angesprochen werden, von dem man nicht erwarten kann, dass es sich das kulturelle Wissen aneignen soll?

Dann kommt es auch jeweils auch die Geschichte selber drauf an: Spielt die Handlung im modernen oder im alten Japan? Spielt es in einer Fantasy-Welt? Oder im Ausland?

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der, ob bestimmte japanische Wörter im unseren Sprachgebrauch üblich geworden sind, oder zumindest einer Allgemeinheit bekannt sein sollte. "Sensei" ist so ein Wort, "Senpai" aber nicht, japanische Suffixe erst recht nicht, mit Ausnahme von "-san".

Und letztendlich kommt es auf den Kontext der Geschichte drauf an. Bei den Anredeformen und den Suffixen: Wer spricht in einer Handlung wen genau an, und ist es wirklich notwendig, (k)eine Lokalisierung vorzunehmen, damit kleine Nuancen in der Beziehung zwischen den verschiedenen Figuren nicht verloren gehen?

Je nach Fall sind mehr oder weniger starke Lokalisierungen eher zu akzeptieren. Oder auch das Umgekehrte: Ein westlicher Manga-Verlag, der z.B. immer Suffixe in seinen "Übersetzungen" reinwürgt, will halt in erster Linie (junge) Fans des Mediums ansprechen. Daran ist im Grunde nichts auszusetzen. Ich finde solche Übersetzungen persönlich halt oft faul und manchmal regelrecht anstrengend zu lesen, weil es mich ständig aus dem Lesefluss herausnimmt und daran erinnert, dass da ein Verlag auf Biegen und Brechen meist junge Fans mit Fan-Linguo ansprechen will und der es sich mit ihnen ja nicht verscherzen will. Aber hey, that's life!

Ich selber gehöre zur Fraktion, die bei Übersetzungen vom Japanischen ins Deutsche prinzipiell gegen die Verwendung von japanischen Suffixen und Anredeformen ist. Im Japanologiestudium habe ich gelernt, möglichst genau vom Japanischen ins reine Deutsche zu übersetzen. Das waren meist Sachtexte, manchmal auch Texte aus dem klassischen Japanisch, und nur selten moderne Gesprächstexte wie in Manga und japanischen Romanen. Nichts desto trotz habe ich auch teils japanische Umgangsprache ins Deutsche übersetzt, z.B. für meine Masterarbeit, und dort habe ich es tunlichst vermieden, irgendwelche japanische Suffixe reinzubauen. Ein "Hiromi-chan" im Original habe ich z.B. mit "Hiromilein" übersetzt. Es gibt im Deutschen Diminutive, welche Wörter ebenfalls verkleinern und so verniedlichen. Die Verwendung eines deutschen Diminutivs klingt in Manga und Anime jetzt vielleicht nicht so hip und modern wie mit einem japanischen Suffix, ist in meinen Augen dann aber auch wirklich eine Übersetzung , welche ein breiteres Lesepublikum versteht, und nicht von Anfang an rein auf Fans des Genres abzielt und sich somit beschränkt.

Bei den anderen von dir erwähnten Lokalisierungen wie mit den "Chicken Nuggets" sehe ich weniger eng. Klar, "Karaage" sind nicht dasselbe wie Chicken Nuggets; sie werden anders frittiert, sie schmecken anders, verwenden teils anderes Fleisch, u.s.w. Aber mal ehrlich: Was liest oder hört sich für ein nichteingeweihtes Publikum verständlicher und weniger anstrengend an? Das Letztere, oder das Erstere, bei welchem man noch extra mit einem Sternchen darauf hinweisen muss, dass es sich um, ähhh, ein Gericht ähnlich wie Chicken Nuggets handelt, oder um frittierte Hühnerhäppchen mit leicht süsslichem Sojageschmack? Was bricht den Lese- oder Hörfluss eher? Das Letztere... oder?

Von Walter Benjamin gibt es dazu einen wegweisenden Aufsatz: Die Aufgabe des Übersetzers
https://www.textlog.de/benjamin-aufgabe-uebersetzers.html

Grob zusammengefasst gibt es immer den Zwiespalt, zwischen möglichst nahe, sprich 1:1 zu Übersetzen vs. sinnhaftes Übersetzen. Beides ist selbst im Idealfall ungenügend.
Zum wortwörtliches Übersetzen: hier gibt es in jeder Kultur bereits unterschiedliche Bedeutungen, welche immer mitschwingen. Beispiel: wenn man in DE das Wort "Brot" verwendet, haben die meisten Leser ein Kastenbrot als Bild im Kopf. Wenn man in FR das Wort "pain" braucht, denken die Leser an ein Baguette.
Sinnhaftes Übersetzen wiederum kann die Qualität des Originals verwässern, besonders deutlich wird das mit Wortwitz oder Poesie.

Generell finde ich, man muss nicht die Sprache und Kultur eines anderen Landes kennen, um etwas zu konsumieren. Aber es hilft sicher im Verständnis, so wie es auch hilfreich ist, wenn man z.b. historische Gegebenheiten kennt, wenn man Schiller liest.

Ich selbst schaue generell alles im Original, egal ob japanisch, schwedisch oder russisch, jeweils mit Untertitel auf Englisch. Einerseits wegen der Verfügbarkeit, andererseits weil die Sprecherleistung halt schon massiv schwanken kann. Ich bin aber eher nachsichtig was Korrektheit angeht. Wer mit chinesischen Googlesubs aufgewachsen ist, ist da nicht so verbissen 😆

5 Tage später

So, endlich habe ich wieder etwas. Zeit. 😃
Vielleicht hätte ich erwähnen sollen, dass eine 1:1 Übersetzung nie möglich ist (und deshalb auch von einer Lokalisierung gesprochen wird).
Wortspiele z.B. gehen meist auch nicht, weshalb man da "improvisieren" muss. Hier sehe ich auch kein Problem.
Jedoch bin ich der Meinung, dass insbesondere japanische kulturelle und gesellschaftliche Gepflogenheiten doch übernommen werden sollten, wenn sich die Handlung in Japan stattfindet. Wenn ein Zuschauer (z.B. ein Anime-Neuling) Probleme hat, dass in Japan die Gepflogenheiten anders sind, dann ist Manga/Anime vielleicht auch nicht das Richtige für diese Leute.

Aber zuerst zu den genannten Kategorien:

Reihenfolge Vor- und Nachname:
Bei Untertiteln finde ich, dass man dies in der gesagten (bzw. z.B. Briefkasten der geschriebenen) Variante gezeigt werden sollte. Gerade wenn man etwas anderes hört als man liest. Dies verwirrt aus meiner Sicht nur.
Und sind wie ehrlich: was ist denn dabei so schlimm? Auf meiner ID wird zuerst der Nachname genannt (und im deutschen Personalausweis auch). Ich denke, selbst einem Anime-Neuling (sofern er dann auch in OmU schaut) ist es zumutbar, dass zuerst der Nachname im Untertitel geschrieben steht.
Bei der deutschen Synchro könnte man noch den Vornamen zuerst nennen, da dort wohl eher Neulinge sind. Aber wie gesagt denke ich nicht, dass ein Anime hierbei "weniger Anfängerfreundlich" ist, wenn der Nachname zuerst genannt wird.

Verwendung Vor- oder Nachnamen:
Bei den Untertiteln würde ich klar sagen, dass man es auch hier schreibt, wie es gesagt wird. Es verwirrt einfach viel mehr, wenn man einen anderen Namen hört als man liest, wenn man nicht gut Japanisch versteht (was die Mehrheit wohl betrifft) und auf Untertitel angewiesen ist. Und ja! Man hört Namen gut heraus, auch wenn man nicht gut (bzw. gar nicht) Japanisch kann.
Bei der deutschen Synchro bin ich der Meinung, dass man ein bisschen abwägen muss. Bei Fantasy-Titeln (die meist gar nicht in Japan sondern in einer Fatansiewelt sind) kann man ohne Probleme auch die Vornamen verwenden und damit "verwestlichen".
Bei "Alltags-Anime" (die auch in Japan sind) sollte man besser doch die japanische Art in der Synchro verwenden. Denn zu oft kommt bei solchen Anime (z.B. bei RomComs etc.) das Thema im Original, dass man dann abmacht, sich mit Vornamen anzsprechen (weil man vorher sich mit Nachnamen ansprach). Da wird es in der deutschen Synchro schwierig, weil man sich bereits mit den Vornamen ansprach.
Dies führte in der Vergangenheit öfters zu seltsamen Situationen. So löste man dies in "Pretty Cure" so, dass in Folge 3 sich die beiden Hauptcharaktere plötzlich mit dem Nachnamen ansprachen, nur um am Ende abzumachen, dass man sich von nun an mit den Vornamen anspricht. Dies verwirrt nur und es ist aus meiner Sicht unnötig, wenn man bereits die ersten 2 Folgen die Charaktere mit dem Nachnamen ansprechen liess (wie im Original).
Denn ich denke auch hier, dass dies auch für Anime-Neulinge zumutbar ist. In Harry Potter war dies auch kein Problem und ich denke, die Mehrheit der Harry Potter-Fans im DACH-Raum wissen nicht sofort, wie die Vornamen von Crabbe und Goyle sind. Trotzdem kein Problem für die Leser/Zuschauer.

Verwendung von Suffixen:
In Einzelfällen sind auch diese wichtig (z.B. in "Nicht schon wieder Takagi-san!" -> dort hat man die Suffixe jedoch in UT und im Dub verwendet, weshalb es keine seltsame Situation gab).
Hier verstehe ich, dass dies doch sehr verwirren kann. Denn es gibt doch sehr viele unterschiedliche Suffixe und diese Feinheiten kann man wirklich nie 1:1 übersetzen. Aber wie genau ist dies nötig?
Meine Erfahrung zu den "Anfangszeiten" war: da kommt irgendein neuer Suffix, den ich nicht kenne (z.B. "-dono"), aber es war egal. Für die Story war es meist nicht relevant und in etwa konnte man ohne zu googeln gut abschätzen, was der Suffix bedeutet (für mich war z.B. sofort klar, dass "-chan" irgendwie eine Verniedlichungsform war).
Persönlich finde ich, dass ein Eindeutschen in "Hiromilein" bei den Untertiteln nicht so gut finde. Inhaltlich ist dies natürlich korrekt und in einer Masterarbeit völlig OK. Beim Lesen von Unteriteln habe ich die Erfahrung gemacht, dass diese Lösung nicht so gut geeignet ist. Denn der Bindestrich bei Suffixen hilft beim Lesen von Untertiteln. Die Untertitel muss man rasch lesen können (im Gegensatz zu einer Masterarbeit) und dies geht mit den Suffixen besser als mit einer "Eindeutschung".
Bei der deutschen Synchro denke ich, dass man auf Suffixe verzichten kann; sicherlich auch ein wenig abhängig vom Titel (Fantasy wie bereits erwähnt kein Problem; bei "Alltags-Anime" müsste man eher von Fall zu Fall entscheiden). Lösungen wie "Hiromilein" finde ich hingegen etwas befremdlich. So spricht doch eigentlich niemand; oder ist dies in Deutschland anders als in der Schweiz?
Auf der anderen Seite spricht auch niemand "Mr. Smith" und dies wird in deutschen Synchros bei Hollywood-Blockbustern auch so lokalisiert (wobei man dann auch -san etc. benutzen könnte). Interessant btw.: in "James Bond - you only live twice" wird der Hauptcharakter oft mit "Bond-san" angsprochen (von einer japanischen Agentin). War also vor über 50 Jahren in den USA kein Problem (ohne Google!).

Verwendung von "Rangnamen":
Hier denke ich, dass es recht schwierig wird.
Noch bevor ich wirklich mit Anime Kontakt hatte (ausser natürlich Biene Maya, etc.), wusste ich bereits, was "sensei" bedeutet. Denn in der Schule gab es immer den einen oder anderen Mitschüler, der Kampfsport (Judo, Karate, etc.) machten und diese sprachen immer von "sensei", wenn sie ihren Coach meinten. Ensprechend war der Ausdruck für einen Ausbilder bei mir bereits geläufig.
Diese Erfahrung ist aber sehr individuell, weshalb ich dies nicht auf andere übertragen kann (müssten also eher mehr Leute über ihre Erfahrung darüber sprechen.
Grundsätzlich denke ich deshalb, dass man auf Rangnamen meist verzichten kann. Höchstens "sensei" wäre noch eine Möglichkeit, jedoch dies eher nur bei Untertiteln (meine Annahme: Neulinge schauen zuerst nur deutsche Synchro; jene Neulinge, die OmU schauen, sind über "Neues" genug offen, dass dies trotzdem möglich ist).
Bei anderen Rangnamen wie "senpai" wird es sehr schwierig. Da denke ich auch, dass man grundsätzlich darauf verzichten sollte; auch in Untertiteln. Da würde ich nur Ausnahmen machen, wenn dies wirklich sinnvoll wäre. So würde ich bei "Uzaki-chan" im Untertitel (nicht zwingend in der Synchro) "sepnai" ausnahmsweise verwenden. Denn dies ruft sie ständig und wirkt sehr nervig, so dass dies so etwas wie ein "signature move" von ihr ist (und es deshalb seltsam ist, wenn statt "senpai" der Name steht).

Verwendung von japanischen Gerichten:
Hier muss ich sagen, dass ich grundsätzlich meine Mühe habe, wenn ein Gericht nicht orginalgetreu ist. Dies betrifft also nicht spezielle Anime.
Dass z.B. Deutsche "Rösti" falsch aussprechen, ist zwar etwas nervig, aber dass dann nur "Kartoffel-Medallions" gemacht werden, finde ich ein No-Go. Als Halbitaliener gilt dies auch, wenn für Spaghetti Carbonara Rahm/Sahne verwendet wird (weitere Beispiele: Spaghetti mit Bolognese, Raclette, etc.). Ich koche gerne, deshalb bin ich hier sicherlich etwas "spezieller".
Wenn es einen deutschen Ausdruck gibt wie z.B. "Reisbällchen" für "Onigiri", ist dies natürlich kein Problem. "Nikuman" hätte man noch irgendwie mit "Teigtasche" lokalisieren können (keine Ahnung, warum man stattdessen auf "Ballon" kam).
Bei "Karaage" ist aber "Chicken Nuggets" kein anderer Ausdruck, sondern doch ein anderes Gericht. Da hätte man es belassen sollen. Denn was wäre es schon, wenn man nicht weiss, was es ist? Ähnlich wie bei noch unbekannten Suffixen (siehe mein Beispiel bei "-dono") wird man keine wirkliche Auswirkungen haben, wenn es man anfangs nicht ganz versteht.
Bei diesem Beispiel (aus "Kakushigoto") fand ich jedoch zusätzlich, dass die Änderung in "Chicken Nuggets" (obwohl man klar "Karaage" raushört im Simulcast) auch "out-of-character" wurde. Denn die ca. 10jährigen Mädchen kannten eigentlich nicht einmal, was ein "Starbucks" ist (sie werden offenbar recht traditionell erzogen), aber möchten dann "Chicken Nuggets"? Klingt für mich ehrlich gesagt etwas seltsam.
Hätte man "Karaage" hier genommen, hätten vielleicht einige Zuschauer nicht gewusst, was es ist. Aber sie wären davon ausgegangen, dass es ein japanisches Gericht ist, was offenbar bei Kindern sehr beliebt ist.

Vielleicht liegt es daran, dass ich auch gerne Dokus schaue (auch über andere Länder und Kulturen), weshalb ich auch offener zu anderen Gepflogenheiten bin (bzw. als Hobbykoch auch bezüglich den Gerichten strenger bin).
Ich denke jedoch, dass kaum jemand mit Anime anfängt, der nicht offen für Neues ist (gerade weil der DACH-Raum keine allzu grosse Comic-Historie hat im Vergleich zu anderen westlichen Ländern wie USA, Frankreich, Italien, etc.).

Hinzu kommt:
So oder so wird man bei "Alltags-Anime" mit Kontakt der japanischen Kultur geraten. Dinge wie "Schuhe wechseln in der Schule", "Putzdienst in der Schule" oder "Hausaufgaben über den Sommerferien" ist für uns ja nicht üblich; kommt aber immer wieder in solchen Anime-Titeln vor. Und dies sind nur die harmlosen Dinger (von den aufgezählten Themen sind alle auch harmlos und deshalb zumutbar). Da gibt es doch einiges, was für mich - als ich das erste Mal davon hörte - mich mehr irritierte (aber wegen der Story nicht verändert werden konnte). Hier meine Top 3:

  • Platz 3: Händchenhalten in der Öffentlichkeit gilt als «mutig»
  • Platz 2: Die Existenz von «indirekten Küssen»
  • Platz 1: Frauen, die als Karriereplan «Ich möchte eine Braut werden» sagen

Man wird also so oder so als Anime-Konsument mit kulturellen und gesellschaftlichen Unterschieden Kontakt haben und muss diese verarbeiten. Und diese sind sicherlich erheblich schwierigere Themen also wenn z.B. Schüler sich mit Nachnamen ansprechen oder ob man nun ein lokales Gericht nun kennt oder nicht.
Bei den genannten Themen denke ich, dass dies sehr wohl für Neulinge auch zumutbar ist (auch aus eigener Erfahrung).
Da Neulingen (zumindest jene, die nicht so offen für Neues sind und dies nicht so gut verarbeiten könnten), könnte man in vielen Fällen (gerade bei Fantasy etc.) bei der Synchro vieles "verwestlichen", während man bei OmU (z.B. Simulcasts) - was vermeindlich eher erfahrenere Anime-Schauer konsumieren - man näher am Original sein kann (z.B. Ansprech-Regeln, Gerichte, etc.); gerade weil man vieles selbst ohne Japanisch-Kenntnisse auch raushört, wenn etwas geändert wird, was unnnötig ist.

    Der Rundfunk ist ja in gewissen gesellschaftlichen Schichten noch weit verbreitet und daraus rekrutieren sich ja wiederum Anime-Fans. Daher kann ich den Wunsch verstehen, die Übersetzung zu vereinfachen, sodass die Materie ohne Vorkenntnisse und Bereitschaft zur Recherche leichter zugänglich wird.

    Die Diskussion dreht sich hier zunehmend um ein "entweder..oder". Aber was spricht dagegen, beides zu machen? Am Rundfunkempfangsgerät kann man ja auch den Audio-Track und die Untertitel aussuchen. Was spricht dagegen, eine einfache Synchro zu senden zusätzlich zum O-Ton und dazu zwei Untertiteltracks (vereinfacht und "originalgetreu")? Auf den BD Releases kann man ebenso alles inkludieren.

      HyperionCH

      Ich sehe, das Thema beschäftigt dich ;-)

      Verwendung Vor- oder Nachnamen:
      Bei den Untertiteln würde ich klar sagen, dass man es auch hier schreibt, wie es gesagt wird. Es verwirrt einfach viel mehr, wenn man einen anderen Namen hört als man liest, wenn man nicht gut Japanisch versteht (was die Mehrheit wohl betrifft) und auf Untertitel angewiesen ist. Und ja! Man hört Namen gut heraus, auch wenn man nicht gut (bzw. gar nicht) Japanisch kann.

      Ich sehe das weniger eng: Auf den alten Kimagure Orange Road VHS-Kassetten von AnimEigo wurden z.B. auch immer die Vornamen eingeblendet, auch wenn ständig die Nachnamen zu hören waren. Ich mag mich noch erinnern, wie ich das einmal etwas komisch fand, als die Hauptfigur mehrmals hintereinander "Ayukawa" sagte und dann in den Untertiteln ständig "Madoka" zu lesen war. Diese erste Befremdlichkeit habe ich aber schnell überwunden; heute bin ich mit mir im Reinen und stärker denn je. Das schaffst du auch! 💪😉

      Persönlich finde ich, dass ein Eindeutschen in "Hiromilein" bei den Untertiteln nicht so gut finde. Inhaltlich ist dies natürlich korrekt und in einer Masterarbeit völlig OK. Beim Lesen von Unteriteln habe ich die Erfahrung gemacht, dass diese Lösung nicht so gut geeignet ist. Denn der Bindestrich bei Suffixen hilft beim Lesen von Untertiteln. Die Untertitel muss man rasch lesen können (im Gegensatz zu einer Masterarbeit) und dies geht mit den Suffixen besser als mit einer "Eindeutschung".

      Na ja, zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass ich dieses -lein für Dialogauszüge aus einem Roman verwendet habe und dort auch nur einer Figur in den Mund gelegt habe, die etwas älter ist und junge Frauen abschätzig anspricht. Was die Leserlichkeit von japanischen Suffixen vs. deutschen Diminutiven angeht, ist es wohl eine reine Gewöhnungssache. Ich denke nicht, dass ein Bindestrich hier den Ausschlag gibt. Ich persönlich habe jetzt kein Problem mit Diminutiven (Hans --> Hänschen; Wald --> Wäldchen; Weib --> Weibchen; Hiromi --> Hiromilein, u.s.w.), aber jedem das seine.

      Verwendung von japanischen Gerichten:
      Hier muss ich sagen, dass ich grundsätzlich meine Mühe habe, wenn ein Gericht nicht orginalgetreu ist. Dies betrifft also nicht spezielle Anime. [...]
      Bei "Karaage" ist aber "Chicken Nuggets" kein anderer Ausdruck, sondern doch ein anderes Gericht. Da hätte man es belassen sollen. Denn was wäre es schon, wenn man nicht weiss, was es ist?

      Auch hier sehe ich es weniger eng als du; ich bin kein Hobbykoch: Wenn ein Viech zwei Flügel und einen Schnabel hat, dann ist es für mich ein Vogel, und schmeckt nach Vogel, wenn ich es esse. Die Sauce variiert, der Inhalt krepiert, und mein Magen ist glücklich, oder so. Wie das Gericht letzten Endes in einer Übersetzung genannt wird, ist mit weniger wichtig [ Ja, ich bin ein Esskultur- und Geschmacksbanause; gelobe aber Besserung 🤞].
      Allerdings muss ich sagen, dass dein genanntes Beispiel mit den Chicken Nuggets in Kakushigoto schon etwas an sich hat. Dann wiederum sind die sogenannten _Fried Chicken_in Japan sehr bekannt und beliebt .... Aw, who cares ^^;

      Ich denke jedoch, dass kaum jemand mit Anime anfängt, der nicht offen für Neues ist

      Na ja, die Hälfte der heutigen Fans rennt doch schon schreiend davon, wenn sie mit einem Genre konfrontiert wird, das sie im eigenen Medium nicht gut kennt (Boys Love, Yuri, Sportmangas; alles, was älter als 20 Jahre ist ...), also setzte ich hinter einer Offenheit der Allgemeinheit ein gewisses Fragezeichen, aber ich verstehe, was du meinst ;-)

      Hier meine Top 3:

      Platz 3: Händchenhalten in der Öffentlichkeit gilt als «mutig»
      Platz 2: Die Existenz von «indirekten Küssen»
      Platz 1: Frauen, die als Karriereplan «Ich möchte eine Braut werden» sagen

      Nicht zu vergessen, die folgenden Klassiker:

      • Wenn du niest, spricht zwangläufig jemand über dich
      • Bei 37.5 Grad Fieber geht es um Leben oder Tod
      • Der japanische Regen haut dich in ein Fieber-Komma. Immer.

        Noch eine Randbemerkung zum Thema Essen: Das ist generell immer schwierig, nicht nur mit Japan und Anime: Habt ihr euch mal gefragt, warum die Ninja Turtels eine Pepperonipizza bestellen und dann eine Pizza essen, die aussieht wie Salami? Weil das in Amerika eine Salami ist: Das ist eine spezielle Wurst gefüllt mit scharfer Pepperoni, vergleichbar mit einer Chorizo.
        Wir kennen das sogar im DACH: Pepperoni und Paprika ist in Deutschland nicht das gleiche wie bei uns.

        Meine Klassiker:

        • Wenn Du Piercings oder Tattoos hast, bist Du kriminell
        • Noten werden für jeden sichtbar mit vollem Namen aufgehängt.
        • Wenn dir ein Mädel erlaubt, es mit Vornamen anzusprechen, seid ihr bereits ein Paar
          19 Tage später

          So, endlich wieder etwas Zeit. 😃

          BentoBox
          ich habe einmal so geschaut, welche Serien gerade im Rundfunk läuft (was ja derzeit hauptsächlich ProSieben Maxx bedeutet).
          Und gerade auf ProSieben Maxx laufen fast nur Serien im Bereich Action, Fantasy, Abenteuer, etc. (z.B. One Piece, Boruto, AoT, etc.). Dies sind alles Serien, bei denen es wie erwähnt eigentlich nie das Thema "Beziehungen" haben.
          Die Wahrscheinlichkeit, dass es dann "seltsame Situationen" gibt, weil ein Charakter im Original sagt, man solle sich nun mit Vornamen ansprechen (was sie auf Deutsch schon immer taten), ist wohl nahezu bei Null.
          In diesem Fall kann man also aus meiner Sicht ohne Probleme das Ansprechen auf Vornamen lokalisieren; gerade wenn die Serie in einer Fantasy-Welt stattfindet (z.B. One Piece, Aot, etc.), also auch nicht in Japan ist.

          Das mit mehreren Möglichkeiten wird im TV wohl noch lange nicht kommen. Gerade auf deutschen Sendern gibt es grundsätzlich keine 2. Tonspur (selbst bei Hollywood Blockbusters) und entsprechend wird es bei Anime erst recht nicht Japanisch als Tonspur geben; und auch keine mehreren Untertitelspuren.

          Ich denke jedoch, dass man sagen kann: wer bereits Anime in OmU schaut, der ist meist kein Neuling oder ist zumindest offen für Neues (also auch vor japanischen Gepflogenheiten wird dieser nicht zurückschrecken).
          Deshalb sollte man zumindest bei den Untertitel z.B. das Ansprechen, die Gerichte (und was ich oben sonst noch nannte) originalgetreu machen. Denn man hört schliesslich recht gut, was im Original gesagt wird. Es verwirrt nur, wenn dann im Untertitel etwas ganz anderes liest.

          Ataru
          Ich schaue ja schon sehr lange Anime in OmU. Bei "Kase-san and moring glories" fand ich dies jedoch so extrem befremdlich (weil sie die Namen der anderen wirklich sehr oft rufen), dass dies doch sehr negativ auffiel.
          Ein grosses Problem finde ich dabei wie erwähnt, wenn (in gewissen Genres kommt dies öfters vor) die Charaktere abmachen, sich mit Vornamen anzusprechen. Dieses Problem gibt es seit Jahrzehnten (bei Card Captor Sakura wäre es bereits ein Problem gewesen, aber jene Folgen wurden damals nie im TV gezeigt -> evtl. deswegen? / Pretty Cure / Nisekoi / We never learn). Die "Lösung" war (sowohl in der deutschen Synchro wie auch im Untertitel) dann immer - notgedrungen - sehr schlecht.
          Bei "School Rumble" gab es zwar keine solche Szene, weil vieles der Situationskomik verloren ging. Denn 2 Schüler glaubten, sie wären Rivalen, weil sie die gleiche Schülerin heimlich lieben (in Wahrheit lieben sie jeweils die andere von 2 Schwestern; aber die haben logischerweise die selben Nachnamen, was zu dieser Situationskomik durch dieses Missverständniss führt). Ist also schade, wenn sicherlich die Hälfte der Situationskomik in der deutschen Synchro nicht verstanden wird (z.B. warum sie so reagieren) und OmU nur, wenn man immer die (Vor)namen im Untertitel wegdenkt und den Vornamen (den man hört) dazu denkt.

          Wie gesagt schaue ich ja doch schon sehr lange Anime (in deutscher Synchro und in OmU). diese Diminutiven wirken für mich immer noch sehr seltsam. Für mich wirkt es so, dass man als normaler Mensch nie so sprechen würde (und das sage ich als Berner, die aus "Martin" ein "Tinu" machen etc.).
          Ehrlich gesagt habe ich deshalb mit Suffixen weniger Probleme. Vielleicht liegt es daran, dass wenn Japaner (bei Anime in Japan) nun einmal grundsätzlich so etwas benutzen.

          Bezüglich deiner Romanübersetzung:
          Dies ist insbesondere im Vergleich mit Untertitel ein grosser Unterschied.
          Wie ich bereits erklärte geht es bei den Untertitel zu einem viel grösseren Teil darum, dass der Text vom Zuschauer/Leser umgehend verstanden wird. Bei deiner Romanübersetzung ist hingegen wichtiger, dass es inhaltlich möglichst korrekt lokalisiert wird.

          Eine ähnliche Diskussion hatte ich in dieser Woche zufällig mit Crunchyroll (Titel: "The Quintessential Quintuplets").
          Wir waren uns einig, dass inhaltlich der Dialog korrekt übersetzt wurde (also wie bei dir bezüglich der Romanübersetzung). Aber die ganze Szene war dann anhand dieser Übersetzung für den Zuschauer nicht plausibel (die Reaktion auf den Inhalt des Untertitels). Dies sah auch Crunchyroll ein und hat die minimale nötige Änderung auch umgesetzt, damit es plausibel ist. Der Untertitel wurde an dieser Stelle innerhalb eines Tages auch entsprechend geändert.
          heir wurde also übersetzungstechnisch kein Fehler gemacht, aber der Untertitel war erst mit der Änderung plausibel und ein Zuschauer versteht nun auch, warum ein Charakter entsprechend reagierte (btw. in den anderen Untertitelsprachen war der Untertitel bereits plausibel, teils scheint mir, dass in die Lokalisierung in Deutschland eher das Problem ist, während z.B. insbesondere im englischsprachigen Raum - einmal abgessehen von Kinderserien - Suffixe, Vornamen/Nachnamen, japanische Gerichte und weitere Lokalisierungsthemen weniger "verwestlicht" wird).

          Zum Thema Genre:
          Naja, ich bin jetzt nicht wirklich der Fan von "Fighting Shonen" (One Piece, Naruto, etc.). Da hat jeder seine Präferenzen.
          Dies spricht aber umso stärker dafür, dass man je nach Genre spezifischer lokalisieren kann. OK, vielleicht mag ein Fan von Action/Adventure/Fantasy (One Piece, AoT, etc.) nicht wirklich Romance/Slice of Life. Aber genau darum kann man ja bei Fantasy-/Action Titel (einige spielen ja gar nicht in Japan wie One Piece) die Sache mit Vor/Nachnamen "verwestlichen" kann, währen man bei Romance/Slice of Life es wie im Original belässt (z.B. derzeit wird der Romance-Titel "Horimiya" veröffentlicht und Vor-/Nachnamen war öfters ein Thema. Es würde viele Dialoge keinen Sinn machen, wenn alle sich mit Vornamen ansprechen).
          Gerade bei Romance/Slice of Life: hier wird man immer einiges mit dem japansichen Lebensweisen in Kontakt kommen und Romance in Japan (Anime wie auch Realserie) ist immer anders als das gleiche Genre in Europa/USA. Entsprechend sage ich klar: wenn man Probleme hat, dass Romance in Anime ganz anders wirkt, der sollte dieses Anime-Genre nicht konsumieren, sondern (wenn man Romance mag) besser weiterhin Romance aus Europa/USA. Man wird sonst nie glücklich mit "Anime-Romance".

          Harleyquinn
          Das mit der Peperonipizza ist mir damals auch aufgefallen. 😂
          Und damals gab es kein Internet, wo man schnell auf Google/Wiki/etc. nachschauen könnte, warum die Pizza nun so aussieht. Trotzdem muss ich sagen: geschadet hat es mir nicht, dass dies trotzdem Peperonipizza genannt wurde.
          Man hätte damals auch "Salamipizza" lokalisieren können; wurde aber nicht gemacht. Da stellt sich die Frage: warum bleibt man nicht bei "Karaage", wenn es "Karaage" ist. Keinem Kind (abgesehen davon, dass "Kakushigoto" ein älteres Publikum anspricht als Turtles) wird dies negativ beeinflussen.
          Selbst wenn man gar nicht weiss, was es ist (und zu faul ist zu googlen): man hätte anhand der Szene gewusst, dass dies offenbar Kinder gerne essen (da dies für einen Kindergeburtstag gemacht wurde). Hätte also völlig ausgereicht.

          Wie gesagt finde ich jetzt nicht, dass alles 1:1 übersetzt werden muss. Es muss ein bisschen angepasst werden (beim erwähnten Untertitel bei CR in dieser Woche, musste man dies sogar tun).
          Wenn aber Dialoge nicht mehr plausibel werden, sollte der Publisher doch überlegen, ob man zu stark lokalisiert hat. Denn wenn sogar ich mit minimalen Japanisch-Kenntnissen merke, dass die Untertitel nicht wirklich zum Gesagten passt, ist dies ehrlich gesagt doch ziemlich bedenklich.

          Wie gesagt kann man die Lokalisierung bereits recht gut Genre-spezifisch trennen.
          Bei einem Action/Fantasy Titel kann man wie gesagt wesentlich stärker lokalisieren (z.B. Vor-/Nachnamen) bzw. auch bei Kinderserien, während bei Romance/Slice of Life ganz andere Anforderungen (sicherlich etwas höhere) haben.
          Dies gilt grösstenteils auch für die deutsche Synchro.

          • Ataru hat auf diesen Beitrag geantwortet.

            @HyperionCH Nur kurz am Rande:
            Mehrer Tonspuren im TV ist durchaus üblich und war es auch schon zu analogen TV-Zeiten. Z.B. in den 90ern hat Cartoon Network im animierten Bereich regelmäßig bis zu einem halben dutzend Sprachen angeboten. Dies abhängig von der Sendung, es wurde aber vorher eingeblendet und man konnte es mit der Fernbedienung aussuchen.

            Wie du korrekt festgestellt hast, machen Deutsche Sender idR keinen Gebrauch davon. Das hat aber keine technische Ursache, sondern ist dem Lizenzmodell und den damit verbundenen Gebühren geschuldet. Innerhalb Europas sind wir aber geographisch nicht auf Deutsche Sender beschränkt. Da ich aber keinen Rundfunk mehr konsumiere, wüsste ich auch nicht, wer ausser Pro7 Maxx aktuell noch Animes ausstrahlt.

            Ich denke auch nicht, dass sich tonspurmäßig im Rundfunk noch etwas ändern wird. Es ist halt ein Auslaufmodell und die Betreiber werden nicht darin investieren, neue Zielgruppen zu gewinnen oder alte zurückzuholen.

            In den übrigen Punkten stimme ich dir voll und ganz zu.

            4 Tage später

            HyperionCH Ich schaue ja schon sehr lange Anime in OmU. [...]

            Wie gesagt schaue ich ja doch schon sehr lange Anime (in deutscher Synchro und in OmU). diese Diminutiven wirken für mich immer noch sehr seltsam. Für mich wirkt es so, dass man als normaler Mensch nie so sprechen würde (und das sage ich als Berner, die aus "Martin" ein "Tinu" machen etc.).
            Ehrlich gesagt habe ich deshalb mit Suffixen weniger Probleme. Vielleicht liegt es daran, dass wenn Japaner (bei Anime in Japan) nun einmal grundsätzlich so etwas benutzen.[...]

            Du, ich schaue auch sehr lange Anime in O(mU); nämlich seit 1994 😜 Und... was soll ich sagen? Mich stört das, was dich so beschäftigt, mittlerweile einfach zu wenig, weil ich bereits früh begonnen habe, Japanisch zu lernen und Anime/Manga im Original zu konsumieren und ich es akzeptiert habe, dass Übersetzungen in D/F/E in Details einfach anders rüberkommen als der Originaltext und es niemals eine 1:1 Übersetzung geben kann und geben wird. Wichtiger als (in meinen Augen) Nebensächlichkeiten wie diese war mir hingegen schon immer das "Gesamtpaket" einer Übersetzung: Wenn eine Übersetzung in der Zielsprache nicht natürlich und glaubhaft klingt oder zu lesen ist, unabhängig jetzt davon, ob wirklich alle kulturellen Feinheiten des Originals berücksichtigt wurden oder nicht, dann handelt es sich meiner Ansicht nach um eine schlechte Übersetzung, die man besser meiden sollte.

            Bezüglich deiner Romanübersetzung:
            Dies ist insbesondere im Vergleich mit Untertitel ein grosser Unterschied.
            Wie ich bereits erklärte geht es bei den Untertitel zu einem viel grösseren Teil darum, dass der Text vom Zuschauer/Leser umgehend verstanden wird. Bei deiner Romanübersetzung ist hingegen wichtiger, dass es inhaltlich möglichst korrekt lokalisiert wird.

            Na gut, wenn du mit umgehendem Leseverständnis argumentierst, dann müssten alle Untertitel aufs Simpelste und Wesentlichste runtergebrochen werden. Platz für (kulturelle) Feinheiten und zur Vorbeugung von inhaltlichen Missverständnissen gäbe es dann keine mehr. Das ist aber nicht das, was du willst, oder? 😉

            Zum Thema Genre:
            Naja, ich bin jetzt nicht wirklich der Fan von "Fighting Shonen" (One Piece, Naruto, etc.).[...]

            Ja, ich auch nicht 🤷‍♂️

            Dies spricht aber umso stärker dafür, dass man je nach Genre spezifischer lokalisieren kann. OK, vielleicht mag ein Fan von Action/Adventure/Fantasy (One Piece, AoT, etc.) nicht wirklich Romance/Slice of Life.

            Hey, und was ist jetzt mit den Fans dieser Genres, die ebenfalls Wert auf eine möglichst genaue Übersetzung legen? Haben die nicht das Recht dazu? ... Ich spiele bloss den Advocatus Diaboli 😇

            Gerade bei Romance/Slice of Life: hier wird man immer einiges mit dem japansichen Lebensweisen in Kontakt kommen und Romance in Japan (Anime wie auch Realserie) ist immer anders als das gleiche Genre in Europa/USA. Entsprechend sage ich klar: wenn man Probleme hat, dass Romance in Anime ganz anders wirkt, der sollte dieses Anime-Genre nicht konsumieren, sondern (wenn man Romance mag) besser weiterhin Romance aus Europa/USA. Man wird sonst nie glücklich mit "Anime-Romance".

            Das mag alles stimmen, aber ich denke jetzt nicht, dass eine mehr oder weniger genaue Lokalisierung von japanischen Eigenheiten jetzt die (Haupt-)Ursache dafür ist, dass gewisse Zuschauer mit dem Genre nichts anfangen können. Manche Menschen sind für Romanze in Form von animierten Comicbildern aus Japan einfach nicht empfänglich. Macht ja nichts. Wir zwei werden es überleben 😉

            P.S.: Lern Japanisch!! 😝

              Der Wunsch, bestimmte Teile der Untertitel dem O-Ton zuordnen zu können, ist schon ein sehr Nischen-Bedürfnis. Dafür muss man mit der Originalsprache gut vertraut sein und viel Interesse an der Kultur mitbringen.

              Das hat absolut seine Berechtigung und Fansubs sowie die Forderungen von Anime-Fans zeigen, dass die Nische nicht klein ist. Jedoch bleibt es eine Nische, ausserhalb von eingefressenen Anime-Fans wirst du weder das Ohr für die Sprache, noch das starke Interesse für Feinheiten der Kultur finden. Diese Leute verwirren Suffixe oder ungeläufige Bezeichnungen für Essen nur und es gibt auch kaum das Interesse, sich daran zu gewöhnen.

              Damit bleibt die Frage, für wenn werden Untertitel gemacht, eingefleischte Anime-Fans oder ein breiteres Publikum? Will man eine kleine Gruppe zufrieden stellen oder versuchen, den Anime auch darüber hinaus zugänglich zu machen?

              Ich denke nicht, dass es darauf eine klare Antwort gibt. Ein spezieller Anime auf Crunchyroll hat kaum die Chance, je ein breiteres Publikum anzusprechen. Da kann man sich gut auf die Fans konzentrieren. Will man einen Anime ins Kino bringen oder auf Disc veröffentlichen, möchte man vielleicht auch Leute ansprechen, die nur ab und zu einen Anime schauen. Oder wenn der Anime auf Netflix oder Amazon läuft, hoffen sie vielleicht auch nicht-Anime-Fans gewinnen zu können.

              Ohne die Zielsetzung hinter einer Übersetzung zu kennen, kann man nur schwer über die generellen Punkte dieser urteilen. Man kann sie gut oder schlecht finden – ob es aber richtig oder falsch ist, lässt sich von aussen nur schwer beurteilen.

                9 Tage später

                Boah so viel Text XD
                Ich halt mich mal kurz:
                Also bei den Namen und Suffixen bin ich auch dafür, dass man sie anwendet. Warum denn auch nicht? Macht es mit Untetiteln wirklich viel angenehmer zu lesen und der kulturelle Hintergrund bleibt erhalten. Mich irritiert es auch immer sehr, wenn in den UT nicht dasselbe steht, wie gesagt wird. Aber das Problem hab ich jetzt eher wenn ich Englisch unt englischen UT gucke. Jemand, der regelmässig Japanisches guckt, wird sehr bald wissen, was -chan, -kun und -san bedeutet. Wenn's jemand nicht weiss, ist es jetzt auch nicht so schlimm, er wird den Inhalt trotzdem verstehen und wenn es ihn interessiert, kann er das schlaue Internet fragen.
                Bei den Gerichten kommt es sehr drauf an, finde ich. Karaage mit Chicken Nuggets zu übersetzen, fänd ich jetzt gar nicht schlimm, die beiden sind sich in den Grundzügen doch sehr ähnlich. Ob die Zubereitungsartig jetzt etwas anders ist, ist in diesem Kontext doch nicht so wichtig 😅 Irritierend finde ich es, wenn man klar sehen kann, dass es etwas anderes ist, zB wenn Bunny ein Dango (oder was war's genau?) in der Hand hält und übersetzt wird mit Burger.

                  Ataru ey, und was ist jetzt mit den Fans dieser Genres, die ebenfalls Wert auf eine möglichst genaue Übersetzung legen? Haben die nicht das Recht dazu? ... Ich spiele bloss den Advocatus Diaboli

                  Wie bereits anfangs erklärt, besteht das Problem ja eher darin, dass das "Ansprechen" auch inhaltlich ein Thema werden kann.
                  Bei Action-Titel passiert dies äusserst selten. Deshalb ist die Gefahr geringer. Aber um ganz sicher zu gehen, kann man dies ja auch so umsetzen.

                  Als Beispiel für Romance: Derzeit wird "Horimiya" veröffentlicht.
                  In den derzeit 6 Folgen sind bei 4 Folgen das Ansprechen inhaltlich ein Thema gewesen. Die Dialoge würden alle keinen Sinn machen, hätte man in den deutschen Untertitel alle mit Vornamen ansprechen lassen.

                  In diesem (sicherlich extremen) Fall haben wir als in 2/3 der Folgen (bis jetzt) ein Dialog-Problem, was es wahrscheinlich in über 900 Folgen One Piece bis jetzt nicht hatte.
                  Natürlich hätte man das Ansprechen bei One Piece auch orginal-getreu machen können (oder wird dies sogar gemacht in den Simulcasts? Keine Ahnung). Es ist hier aber eher ein "kann man machen"; bei Horimiya jedoch ein "muss sein".

                  Adrian Der Wunsch, bestimmte Teile der Untertitel dem O-Ton zuordnen zu können, ist schon ein sehr Nischen-Bedürfnis. Dafür muss man mit der Originalsprache gut vertraut sein und viel Interesse an der Kultur mitbringen.

                  Ich finde es ja interessant, dass mir - der eigentlich kaum bis gar nicht Japanisch versteht - dies extrem auffällt.
                  Da ich nicht gut Japanisch verstehe, bin ich auf Untertitel wesentlich stärker abhängig. Aber wie gesagt: ich lese nicht nur, ich höre ja auch, was gesagt wird und gerade Namen sind etwas, dass man gut heraus hört, selbst wenn man gar kein Japanisch versteht.
                  Und deshalb ist es viel, viel angenehmer, wenn beim Untertitel auch bezüglich Namen das steht, was man hört. Denn neben dem Lesen des Untertitels (und dem Hören des Dialogs) will man ja auch noch etwas von den bewegten Bildern sehen. 😃

                  Ich spreche ja hauptsächlich von Romance/Slice of Life Anime.
                  Wenn man sieht, was wirklich die "grossen Kracher" im Anime-Bereich in DACH sind, dann sprechen wir von Titeln wie Naruto/Boruto, One Piece, Attack on Titans, etc. Also alles Action/Adventure Titel. Dort kann man - weil man dort offenbar auch "weinger eingefressenen Anime-Fans" vor den Bildschirm kriegt - wie gesagt auch "stärker lokalisieren" und (zumindest bei deutschen Dub) auch auf Vornamen greifen (obwohl im Original Nachnamen verwendet werden). Die Wahrscheinlnichkeit, dass es "seltsame Dialoge" deswegen gibt (und ich habe einige strange Beispiele), ist sehr, sehr gering.

                  Bei Romance/Slice of Life landet man bereits innerhalb von Anime in einen Nischenbereich, der doch recht stark "Japan-affine" Zuschauer betrifft. Hinzu kommt, dass es wie gesagt primär erst einmal um den Untertitel gibt.
                  In DACH ist es klar: wenn es OmU ist, dann sprichst du die Masse nicht an. OmU schauen sich nur eingefleischte Fans an; auch bei Filmen, die ins Kino kommen. Das ist in der Schweiz nicht so extrem wie in Deutschland. Und dass die Publisher jetzt extra beim Untertitel darauf achten, dass in der Schweiz auch "nicht eingefleischte Fans" in OmU schauen, darf man sehr stark bezweifeln. 😃
                  Btw. Kino: die Ironie ist ja, dass mir bei "Kaze-san and morning glories" die Untertitel mit Vornamen am meisten negativ auffiel; im Kino Bourbarki in Luzern. 😃 (und die 2. Ironie: der Titel beinhaltet den Nachnamen + einen Suffix^^)

                  Ich stimme dir jedoch zu, dass man sicherlich auf die Zielgruppen achten sollte und je mehr "die Masse" angesprochen wird, desto stärker muss man wohl "verwestlichen" (also Vornamen verwenden; zumindest beim Dub; beim Sub sehe ich keinen Nutzen).
                  Deshalb auch mein Vorschlag, dass man bei den "Mainstreams" (One Piece, Attack on Titan, etc.) dies so tun kann. Aber bei Titeln (z.B. ein Girls Love-Titel?), die wohl eine kleinere Community anspricht (die auch stärker eingefleischte Fans sind), sollte man doch mehr Fingerspitzengefühl zeigen.

                  dark_columbia Karaage mit Chicken Nuggets zu übersetzen, fänd ich jetzt gar nicht schlimm, die beiden sind sich in den Grundzügen doch sehr ähnlich. Ob die Zubereitungsartig jetzt etwas anders ist, ist in diesem Kontext doch nicht so wichtig

                  Die Zubereitungsart war aber angeschnitten auch ein Thema bei "Katashigoto".
                  Aber hier meine Erfahrung (ohne grosse Japanisch-Kenntnisse):
                  Den Ausdruck Karaage kannte ich vorher nicht so (aber dass es so etwas gibt). Im Anime wünscht sich die bald 11jährige Tochter dies zum Geburtstag. In dieser Hinsicht wäre "Chicken Nuggets" zwar nicht verkehrt. Ich fand dies jedoch seltsam (obwohl ich jetzt nicht genau wusste, was mit Karaage gemeint ist). Denn das Mädchen kannte westliche Dinge nicht so gut (und ihre Freundinnen wussten z.B. nicht, was ein Starbucks ist). Da wirkte es für mich seltsam, dass sie sich so etwas westliches wünschen würde. Aber ich hörte "Karaage" und da dies nach einem japanischen Gericht klingt, war dies für mich viel plausibler und der Untertitel verwirrte mich eher.
                  Ihr Vater lässt sich dann von einer Bekannten zeigen, wie man Karaage macht. Da dies viel schwieriger ist als Chicken Nuggets (ich habe Karaage dann auch selber gemacht und kann dies bestätigen), ist dies auch plausibel. Hingegen fand ich es jetzt nicht so plausibel, dass ein Vater (der seit Jahren abends für sich und seine Tochter kocht) jetzt nicht wissen soll, wie man selbst Chicken Nuggets macht.
                  Deshalb fand ich jetzt, dass "Chicken Nuggets" in den Unterittel nicht plausibel ist und dies eher verwirrte. Fanden übrigens auch einige andere Zuschauer bei Wakanim. OK, das ist jetzt nicht repräsentativ, aber "Kakushigoto" ist jetzt auch kein Titel für die "breite Masse" der Anime-Community.

                  Und ja, wenn das Gericht dann etwas ganz anderes ist, dann wirkt es echt komisch.
                  Im englischen Sprachraum ist der "Klassiker" der "Donut" (für ein Onigiri); im deutschen Dub ist dies aus meiner Sicht der "Ballon" bei Card Captor Sakura (für ein Nikuman). Da hätte ich "Teigtasche" für OK empfunden (da sehr junge Zielgruppe und Teigtaschen nicht falsch ist und im DACH-Raum bekannt).

                    HyperionCH Ja, gut, wenn das Gericht so im Zentrum der Handlung steht, ist es natürlich was anderes. Dann hätte ich es auch passender gefunden, den Originalnamen zu verwenden.

                    4 Tage später

                    Persönlich würde ich eine Übersetzung anstreben die Sinn macht und verständlich ist. Und ich weiss nicht ob viele Fans glücklich wären wenn aus dem Sensei ein ganz normaler Lehrer und aus dem Senpai ein Oberschüler wird. Die Exotik geht dabei komplett den Bach runter. Und das ist es was bei vielen den Reiz ausmacht.

                    Was mich selbst viel mehr stört ist das eher simple Niveau der verwendeten Sprache. Ein beachtlicher Teil der Zuschauer oder Leser von Animé wie Manga sind Heranwachsende. Denen über dieses Medium eine gute oder gar bessere Sprache beizubringen ist durchaus Möglich. Es wird nur nicht gemacht.

                    Eine Übersetzerin die mich und viele andere sehr geprägt hat ist Erika Fuchs. Sie war damals für die Donald Duck Geschichten von Karl Barks zuständig und hat sich als Professorin in Literatur sehr viele Freiheiten raus genommen. Kein Werk von Barks hat so viel Literatur drin wie die Deutsche version.
                    Spezifisch bei den Namen wurde aus
                    Magica de Spell -> Gundel Gaukely
                    Gyro Gearloose -> Daniel Düsentrieb
                    Hoey, Dewey & Louie -> Tick, Trick & Track
                    Heute wäre ich ziemlich sicher dass die Fans gegen so einen Schritt eine Petition starten würden.
                    Dass Donald regelmässig (vor allem vom wütenden Boss) beim Familiennamen gerufen wird, scheint keinen zu stören. Tun wir ja auch. Frau Fuchs hatte dabei aber auch den Vorteil, dass es kaum Unterschiede in der amerikanischen und der europäischen Kultur gibt. Ganz anders im Vergleich zu Japan.

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                    Ai Chan - LittleAkiba Maskottchen